Yoga Sutra
Blog,  Yoga

Atha yoga-anuśāsanam अथ योगानुशासनम्

Mit diesem Satz leitet Patanjali das so berühmte Yoga Sutra ein. Es gibt verschiedene Übersetzungen, somit lassen sie sich unterschiedlich interpretieren. Für mich persönlich trifft „Jetzt wird Yoga gelehrt“ am Besten zu. Atha wird in Sanskrit als glücksverheißend verstanden. Es ist wie eine Art Ausruf. JETZT also genau zu diesem Zeitpunkt und nicht morgen oder später wird Yoga dargelegt. Anuśāsanam benutzt Patanjali, um zu verdeutlichen, dass die Einführung des Yogas nur durch Übung zu erfahren ist. Was das konkret bedeutet, erläutert er im Laufe der nächsten Leitfäden (Sutrani).

Was bedeutet dieser Satz für mich?

“Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Gerade jetzt, hier zum Jahreswechsel ist das Sutra 1.1 genau das, wonach viele von uns suchen. Jeder hat einen oder mehr Vorsätze. Jeder möchte etwas besser machen. Dünner werden, sportlicher werden, mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Sich mehr einsetzten für die Umwelt oder andere Dinge. Versteht mich nicht falsch. Ich finde Vorsätze an sich eine sehr schöne Idee. Doch wir neigen oft dazu gleich alles über Board zu schmeißen und unser Leben um 180 Grad neu ausrichten zu wollen. Im Februar oder spätestens für im März kommt dann die Abrechnung und somit die Unzufriedenheit oder im schlimmsten Fall die Gedanken, ungenügend zu sein, weil du versagt hast.

Ich persönlich denke, dass dieser Satz eines der elementaren Grundgedanken Patanjalis unterstreicht. Wir als Menschen, und dazu zähle ich mich auf jeden Fall, neigen dazu gerne Dinge, die wir als unangenehm oder nervig empfinden, zu vertagen. Doch wohin führt das? Aus meiner Erfahrung führt das Vertagen von Dingen sowie das Verdrängen zu Unmut, Unzufriedenheit und Unausgeglichenheit. Also genau zu den Gefühlen, die wir eigentlich vermeiden wollen. Das Wissen darum sowie das Verstecken dieser Gefühle führt in eine Spirale von negativen Gedanken. Es ist also wichtig, sich jetzt mit Themen auseinander zu setzten, die uns stören. Nehmen wir an du möchtest sportlicher werden. Von Heute auf Morgen mit einem 10 Kilometer Lauf zu starten und dann 2 Wochen vor Muskelkater nicht mehr aufstehen zu können ist weder für dich, deinen Körper noch für dein geistiges Wohlbefinden förderlich. Mache dir Gedanken was für DICH, nicht für Instagram, nicht für deinen Partner oder Freunde sportlich bedeutet. Einzig deine Definition zählt.. Ist dein Ziel die 10 Kilometer laufen zu können und somit deine Definition von Sportlichkeit, so ist dann der nächste logische Schritt sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Es gilt nun deinen jetzigen Stand realistisch einschätzen zu können und entsprechende Schritte zu planen wie du kurz-, mittel- und langfristig dein Ziel erreichen kannst. Ich gebe dir hier mein Wort: strebst du deinen Vorsatz ohne Verbissenheit, Übermut an, setzt du dir deine Ziele achtsam und hörst auf dich und deinen Körper, dann wirst du alles, was du dir vorgenommen hast erreichen. Yoga hilft dabei unsere Gefühle und Gedanken zu erkennen und sich mit eben diesen auseinander zu setzten. Hier meine ich allerdings jegliche Form des Yoga. Nicht ausschließlich den körperlichen Aspekt, der sich durch die Ausführung der Asanas widerspiegelt, sondern das Beobachten, Erkennen und Erfahren der geistigen Aktivitäten.

Ich wünsche euch einen schönen Start in das neue Jahrzehnt 2020!

Solltet ihr Fragen, Anregungen oder Feedback für mich haben, freue ich mich über einen Kommentar von euch.

Namasté

Pia

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.