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108 Sonnengrüße: eine Praxis in drei Akten

Warum gerade die Zahl 108?

Einhundertacht Sonnengrüße. Genau diese Anzahl an Bewegungsabläufen habe ich am 31.12.2019 praktiziert, um das Jahr 2019 zu verabschieden und zeitgleich das neue Jahr 2020 willkommen zu heißen. Doch warum müssen es genau 108 Sonnengrüße sein? Es ranken sich viele Erklärungen darum. Schaut man sich eine hinduistische Gebetskette an, die sogenannte „Japa Mala“, so findet man dort genau 108 Malas, da diese Zahl als heilig in dieser Religion gilt. Gebete oder Mantren werden entsprechend der Anzahl der Perlen an der Gebetskette wiederholt. Ein anderer häufig genannter Grund ist, dass die Zusammenstellung der Ziffern 1, 0 und 8 die Bedeutung der Einheit des ganzen Universums ist. Die Ziffer 1 steht für Göttlichkeit und Einheit, 0 stellt die Vollkommenheit dar und die 8 symbolisiert die Unendlichkeit.

Wie wird geübt?

Traditionell ist der Ablauf auf Basis der klassischen 12 Asanas, die wiederum einen ganzen Sonnengruß ergeben. Auch hier gibt es Variationen. Manche Praktizierende rezitieren währenddessen ein Mantra, andere konzentrieren sich ganz bewusst auf die Atmung und die Bewegungsabläufe. Um sicherzugehen, dass es auch wirklich 108 Sonnengrüße sind, lege ich  trockene und 108 abgezählte Linsen oder Mungbohnen vor mich. Bei jeder ersten Vorbeuge lege ich eine Linse von der einen Schale in die andere. Meinen Bewegungsablauf findet ihr oben im Beitrag. Wenn ihr das linke Bein vorne habt (Ausschnitt unten Rechts), bringt ihr das rechte Bein nach Vorne und begebt euch in die Vorbeuge, kommt mit gestreckten Armen wieder nach Oben und anschließend zum stehen. Das entsprecht in meiner Bilderfolge die erste Reihe von Rechts nach Links.

Doch was genau macht diese Praxis so einzigartig?

Während du auf der Matte stehst wirst du jedes Gefühl durchleben. Mit „jedes Gefühl“ meine ich auch tatsächlich jedes Gefühl. Von Leichtigkeit im ganzen Körper über super schwere Arme und Beine, Hochs und Tiefs, Müdigkeit und Wachheit, von der Konzentration beim Ausüben über abschweifende Gedanken, ist in der Regel alles dabei. Wenn du die Wahl hast diese Erfahrung in einer Gruppe zu machen, würde ich dir das auf jeden Fall empfehlen, da man die Dynamik und mitreißende Energie innerhalb dieser nicht unterschätzen sollte. Auch hier gibt es die Variante, dass jeder für sich übt oder der Yogalehrer/in mit dir und der Gruppe übt. Jede dieser Stunden sind schön und beflügelnd. Trotzdem solltest du die Form wählen, die dir am besten zusagt. Hier gilt das Motto: Ausprobieren!  Ich persönlich mag die Gruppenvariante lieber, da ich von allen Menschen und mir selbst in dem Moment getragen werde, wenn jeder im Raum dieselbe Bewegung ausführt und das dazu noch synchron. Doch manchmal, wenn ich einen Lebensabschnitt neu beginne oder einen beendet habe, dann praktiziere ich die 108 Sonnengrüße ganz für mich allein. Im Anschluss gibt es eine Meditation mit einer ganz langen Endentspannung.

Probiert es aus! Entweder mit den getrockneten Linsen oder im Yogastudio eures Vertrauens. Wenn ihr dazu eine Inspiration, einen Gedanken loswerden, oder mir Feedback geben möchtet, scheut euch nicht mir einen Kommentar zu schreiben.

Namasté

Pia

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