Blog,  Yoga

Wie viel Challenge ist okay?

Im Zuge des noch jungen neuen Jahres gibt es, neben den vielen Vorsätzen, auch ein anderes Thema, welches mich schwer in meinem Yoga-Umfeld beschäftigt: Die (Yoga)-Challenges. Hierbei wird ein gewisses Thema, wie zum Beispiel Rückbeugen, Vorbeugen, Armbalancen promotet und die Teilnehmer werden dazu aufgefordert bei einer sogenannten Challenge mitzumachen. Das Foto mit dem jeweiligen Motto wird geknipst, mit dem entsprechenden Hashtag versehen, ihre Hosts verlinkt und hochgeladen.

Nennt mich altmodisch, aber ich stehe dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. Ich möchte euch auch erklären, wieso ich das nicht ganz positiv sehe. Laut einer Umfrage des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) praktizieren circa 2,6 Millionen Menschen Yoga in Deutschland. Jeder, der Yoga praktiziert, hat dabei seinen ganz persönlichen Hintergrund. Die Rückenschmerzen in den Griff bekommen, bewusster leben, zur Ruhe kommen oder einfach, weil es der Person Spaß macht.

Ich persönlich finde das auch richtig so. Denn genau dafür ist Yoga da. Das, was der Übende sucht in seiner persönlichen Praxis auch zu finden. Warum also muss ich eine Challenge eingehen? Der ausschlaggebende Punkt, ob eine Challenge hilfreich oder eher schädlich ist, verbirgt sich hinter dem Gedanken, der Intention, die der Übende dabei verfolgt. Die Frage hierbei ist, ob ich diese Herausforderung eingehe, um Anerkennung von außen, also der Social Media Gemeinschaft zu bekommen oder, ob der Gedanke dahinter ein Ansporn für meine tägliche Praxis ist. Sei es aus dem Bestreben, gerade keinen anderen Motivator zu haben oder seine eigenen Grenzen austesten zu können.

Das Zauberwort heißt auch hier wieder: Selbstreflexion! Es ist okay sich einer Herausforderung stellen zu wollen, es ist okay seine Grenzen austesten zu wollen. Ich finde es aber nicht okay dies, ohne seinen genauen Beweggrund zu kennen, anzugehen. Der Gedanke des Yoga bezieht sich immer auf sich selbst, seine Praxis und das mit sich selbst verbunden sein, um die Hingabe seines Yogas zu erfahren. Es geht nicht darum noch waghalsigere Übungen zu machen. Ist dies unsere Absicht reden wir ab diesem Moment nicht mehr von Yoga, sondern von Akrobatik.

Es hat einen ganz bestimmten Grund, warum Yoga nicht als olympische Disziplin aufgenommen wurde. Der Gedanke des Wettkampfes existiert schlicht und ergreifend im Yoga nicht. Du bist perfekt, genau so wie du jetzt gerade in diesem Moment bist. Du bist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um deine Erfahrungen im Leben zu meistern und genau das ist es was zählt.

Namasté

Pia

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.