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Keine Zeit für Geduld

Zitat aus Japan: „Wenn du in Eile bist, mach einen Umweg.“ Auch wenn Du denkst du hast keine Zeit für Geduld.

Ich bin der ungeduldigste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe. Das ist wirklich so. Ich würde gerne mehr Gelassenheit an den Tag legen. Aber es funktioniert einfach nicht immer. Zumindest nicht so, wie ich es mir manchmal wünsche. Womit wir wieder beim Thema wären: Ich habe keine Geduld – nicht mal mit mir selbst vielleicht auch insbesondere nicht mit mir. 

Im Yoga wird Geduld als eine Tugend bezeichnet, die als essenziell für die Aussichtung des Geistes gilt. Das beharrliche Üben, auch Abhyasa genannt, gilt dort als eines der grundlegendsten Themen. In diesem Fall steht Abhyasa nicht nur für das Üben auf der Matte. Es steht viel mehr dafür jeden Augenblick in deinem Leben beharrlich und achtsam zu Üben. Vermeidet man Ungeduld so ist es leichter Stress zu vermeiden und eine Losgelöstheit beziehungsweise ein nicht Anhaften an dem Thema (Vairagya), zu erreichen. Ich kann mir gerade die Fragezeichen über euren Köpfen bildlich vorstellen. Deswegen möchte ich euch hierzu ein Beispiel geben:

Autofahren und natürlich keine Zeit für Geduld

Stell dir vor du sitzt im Auto. Du bist vielleicht schon zu spät zu einer Verabredung mit einem Freund oder einer Freundin. Du bist gestresst, weil du nicht möchtest, dass die andere Person auf dich wartet. Also beeilst du dich und fährst so schnell es geht, um zügig voran zu kommen.

Leider bist du nicht allein auf der Straße. Du hast Mitmenschen, die genauso wie du, von A nach B kommen wollen. Prinzipiell ist das auch völlig okay, wären da nur nicht die „scheinbar unfähigen“ Autofahrer auch auf den Straßen. Du wirst wütend, steigerst dich in den vor dir immer langsamer werdenden Fahrer hinein und fluchst. Wenn du bei deiner Verabredung angekommen bist, bist du noch emotional so aufgeregt, dass du erstmal einen Moment brauchst, um anzukommen.

Jetzt stellt sich die Frage, ob dies der Sinn der Sache war. Ursprünglich bist du ja losgefahren, um eine schöne Zeit mit einem Freund zu verbringen. Doch nun ärgerst du dich. Hier kommt Vairagya ins Spiel. In dem Moment, wo du dich selbst aus der Ruhe bringen lässt, haftest du der Situation an. Um Abhyasa, wie ich es in diesem Kontext verstehe, zu üben hilft es einmal durchzuatmen. Dann gehe in dich und frage dich, warum du in die Situation des zu spät seins gekommen bist. Reflektiere, ohne jemanden oder etwas dafür verantwortlich zu machen. Das Jetzt kannst du sowieso nicht mehr ändern.

Allerdings kann das Ergründen dir dabei helfen mehr Gelassenheit zu entwickeln, dich somit bei deiner Verabredung für die Verspätung zu entschuldigen, dich frei von deinen Gefühlen der Autofahrt sowie dem dazu geführten Stress zu machen und dennoch eine wunderbare Zeit mit einem Menschen zu verbringen. 

Letztendlich geben wir unseren Seelenfrieden auf, wenn wir uns über andere Menschen oder über uns selbst aufregen. Der Autofahrer vor dir wird nicht schneller fahren nur, weil du dich über ihn aufregst. Deine Kinder werden sich nicht einfach wickeln lassen oder andere Dinge (von denen du denkst es muss jetzt sofort sein) schneller tun nur, weil du dich gerade gestresst fühlst und dadurch eine Ungeduld entwickelst.

Ich musste bei diesem Text wieder über mich selber schmunzeln denn auch die Datei wollte ich schnell geöffnet sehen. Leider habe ich die Rechnung ohne meinen PC gemacht. Der rödelte munter vor sich hin während mir meine Haare schon zu Berge standen. Gebe dir etwas Zeit, reflektiere und gehe vielleicht doch einmal den einen oder anderen Umweg, auch wenn im ersten Moment keine Zeit für Geduld da ist. Denn das ist die Zeit die wir am dringendsten nötig haben. 

In diesem Sinn wünsche ich dir einen entspannten Start in die Woche und viel Geduld mit dir und deinen Mitmenschen. 

Teile doch deine Gedanken in einem meiner Kurse.

Namasté

Pia  

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