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Yoga Sutra: Yogash-citta-vritti-nirodhah योगश्चित्तवृत्तिनिरोध

Der zweite Satz des ersten Kapitels im Yoga Sutra beschreibt am Besten worum es eigentlich im Yoga geht. Ich finde die Übersetzung von R. Sriram bringt es auf den Punkt.

 „Yoga ist der Zustand, in dem die Bewegungen des meinenden Selbst in eine dynamische Stille übergehen.“

Das zur Ruhe bringen der Chitta Vrittis ist Yoga

Um zu verstehen, was damit gemeint ist, muss man einige Vokabeln verstehen. Laut der Übersetzung des Yogalehrers Sriram wird im Yoga Sutra „Chitta“ als das meinende Selbst bezeichnet. Menschen, die sich weniger mit dem Thema auseinandersetzen würden es auch als den Geist bezeichnen, wobei hier etwas Vorsicht geboten ist. Der Geist ist zwar ein Teil des Citta, allerdings umfasst dies weitaus mehr als den Geist.

Citta kann man als eine Art Trübung bezeichnen mit der wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Sind wir verliebt sehen wir alles durchweg positiv und schweben auf Wolke 7. Haben wir hingen Liebeskummer, so könnte uns die Welt nicht trister vorkommen. Es ist ein verzerrtes Bild, das wir haben. Denn das Außen hat sich weder in der einen noch in der anderen Situation geändert. Es ist die Trübung unseres Cittas.

Die „Vrittis“ hingegen sind die Bewegungen, Gedankenströme oder ähnliches mit dem sich Citta, also das meinende Selbst, ausdrückt. Sicher habt ihr schon einen Menschen aufgrund seiner Äußerlichkeiten bewertet und anschließend festgestellt, dass euer Vorurteil im Nachhinein nichts mit der Realität zu tun hat. Vritti beschreiben wir das, was Citta beeinflussen kann.

Um euch eine besseres Bild zu schenken, beschreibe ich euch den Zusammenhang von Citta zu Vritti wie folgt: Stellt euch dafür einen See vor. Die Wasseroberflache ist das Citta. Schlafen wir ist die Wasseroberfläche ganz ruhig und glatt. Unser Citta existiert in diesem Moment nicht und somit auch keine Vrittis. Wachen wir auf und unseren Gedanken erwachen, wäre dies so, als ob wir einen Stein in den See schmeißen. Er durchbricht die Wasseroberfläche und kleine Wellen machen sich breit. Genau das sind unsere Vrittis. 

Desweitern ist es wichtig zu verstehen, worum es im ersten der vier Kapitel des Patanjali Yoga Sutra geht. Das erste Kapitel bezeichnet sich als „Samadhi Pada“. Samadhi steht für die Erkenntnis, manche bezeichnen es auch als Erleuchtung. Pada hingegen bedeutet übersetzt „Fuß“ oder auch „Weg“. Er erklärt in diesem Kapitel, wie man die Erkenntnis/Erleuchtung erlangen kann. Außerdem beschreibt Patanjali, was passiert, wenn wir Yoga praktizieren. Wobei hier die körperliche Praxis lediglich ein Teil dessen ausmacht. Das Ziel ist, die Citta Vrittis sollen „nirodhah“, also zur Ruhe gebracht werden. 

Gehen wir zurück auf die Bedeutung heißt es also soviel wie: befindest du dich im Zustand des Yogas, siehst du die Dinge wie aufkommende Gedanken, Gefühle, Dinge, Situationen klar, ohne eine Trübung. 

Natürlich ist die tägliche Praxis auf der Matte und die darin verankerte Asanapraxis wichtig. Man kann es als eine Art Arena der Übung sehen, um dort bereits Erfahrung zu sammeln, die im alltäglichen Leben von Relevanz sind. Dies hilft uns im Alltag die Achtsamkeit sowie die Auflösung der Citta Vrittis besser zu kultivieren. 

Unabhängig von dem Außen ist es wichtig in uns zu gehen und zu verstehen, was genau wir in diesem Moment entweder auf der Matte oder in der jeweiligen Situation benötigen, um uns bestmöglich auszurichten. 

Somit gibt uns Patanjali im Satz 1.2 eine Art Vorschau von dem, was passieren wird wenn wir Yoga praktizieren und unseren Geist zur Ruhe bringen.

Namasté

Pia 

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