Blog,  Lifestyle

Darf ich Beten ohne an Gott zu glauben?

Samuel Shoemaker beschrieb das Beten wie folgt: „Das Gebet mag vielleicht die Dinge für Dich nicht ändern, aber es verändert sehr wohl Dich in Bezug auf die Dinge!“. Beten ist so alt, wie die Menschheit selbst. In jeder Religion wird in unterschiedlichster Form gebetet. Das „zu Gott finden“ oder das Gefühl Gott somit näher zu sein scheint hierbei eine logische Konsequenz zu sein.

Ich bin ganz ehrlich: ich glaube nicht an Gott. Ich glaube durchaus, dass es Energien gibt, die uns lenken. Meine Form des Glaubens spiegelt sich allerdings nicht in einer Kirche oder einem anderen religiösen Glaubenshaus wieder. Nicht nur ich, sondern auch die Wissenschaft ist davon überzeugt, dass es Energiebahnen gibt und diese sich lenken lassen. 

„Energy follows attention“

Was heißt das genau? Deine Überzeugungen und deine Ausstrahlung werden von deinem Inneren nach Außen getragen. Du bist also die treibende Kraft deiner eigenen Realität. Diese musst du erschaffen und dadurch im Außen verkörpern. Deine Aufmerksamkeit sollte also auf dem liegen, was du kreieren möchtest, nicht auf dem was du gerade nicht hast.

Hierzu fällt mir eine Geschichte aus dem Buch von Gregg Barden „Verlorene Geheimnisse des Betens“ ein. Zur Zeiten der Dürreperiode in New Mexico begleitete er einen befreunden Indianer mit zu einem Steinkreis. Dort setzte sich besagter Indianer hin, faltete seine Hände in eine betende Geste vor seinem Gesicht, er schloss die Augen und betete. Nach einer kurzen Zeit stand er auf und meinte, dass seine Arbeit getan sei.

Gregg Braden war sehr überrascht über die kurze Form des Gebetes, da er der Meinung war, dass der Indianer für Regen beten würde. Darauf hin sagte sein Freund folgende Worte: „Wenn ich für Regen gebetet hätte, könnte mein Gebet nie in Erfüllung gehen. Wenn wir darum bitten, dass etwas geschehen soll, geben wir den Dingen Macht, an denen es uns mangelt. Gebete für die Heilung stärken die Krankheit, Gebete für den Regen die Dürre. Indem wir ständig um das bitten, was wir haben möchten, geben wir ausschließlich den Dingen, die wir ursprünglich ändern wollten, mehr Macht.“

Diese Worte beschreiben die große Bedeutung, welche die Energie in unserem Innern auslöst. Gregg Braden fragte daraufhin seinen Freund für was er dann gebetet hat.

Die Antwort des Indianers war wie folgt: „Das ist ganz einfach. Ich begann zu fühlen, wie sich Regen anfühlt. Ich habe das Gefühl von Regen auf meinem Körper wahrgenommen und wie es sich anfühlt mit nackten Füßen im Schlamm unseres Dorfplatzes zu stehen, weil es so stark geregnet hat. Ich sog den Geruch von Regen auf den irdenen Hauswänden unseres Dorfes ein und erlebte das Gefühl, durch Felder zu gehen, in denen mir der Mais aufgrund des vielen Regens bis zur Burst reichte.“ Was hat das also nun für Konsequenzen, wenn wir nicht mehr beten für etwas, was wir haben wollen, sondern für das Gefühl wie es ist, wenn wir es haben? Es wird dich eine unglaubliche Dankbarkeit durchströmen. 

Das Beten in schlechten Zeiten – warum nicht auch in guten?

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, dann fällt mir auf, dass die meisten Menschen dann beten, wenn sie schlechte Zeiten haben. Prinzipiell ist das nichts Negatives. Doch es ist nachgewiesen, dass Dankbarkeit und das Rekapitulieren von positiven Gefühlen wie der Dankbarkeit eine Hormonausschüttung zu Folge hat, die uns ein verstärktes Gefühl von dem Positiven in unserem Leben und uns herum schenkt.

Ich persönlich denke, dass zu Zeiten von Corona genau dieses Gefühl etabliert werden sollte. Ja es passieren schreckliche Dinge und wir sind gezwungen unser Leben komplett auf Links zu drehen. Doch können wir daran auch positives abgewinnen. Wir können dankbar sein, wenn wir und unsere Familie gesund sind und somit positive Energie denjenigen schicken, denen es gerade nicht gut geht.

Wir können die Zeit nutzen, um zu überlegen, ob wir mit dem bisherigen Leben zufrieden waren oder gerne etwas ändern möchten. Stichwort: „Energy follows attention!“. Wir können uns vorstellen wie es ist, wieder ins Büro oder zu einer anderen Arbeitsstelle zu gehen und die Kollegen zu sehen. Wir können wertschätzen, dass wir arbeiten gehen dürfen, um unser Leben zu finanzieren.

Natürlich sollte man nicht blauäugig an das Thema heran gehen. Es wird Existenzen geben, die aufgrund der Corona-Krise zerstört werden. Doch wir haben immer eine Chance die Dinge von einer anderen Seite zu betrachten, um eine Änderung zu erzeugen. Ohne ein Kick-out aus deiner Komfortzone wirst du nicht wachsen. Also wachse und finde deinen Weg zum Beten.

Habt ihr Lust an dem Buch des US-Buchautors Gregg Braden und seiner Suche nach der Kraft des Betens, dann findet ihr HIER den Link zum Buch. Dabei unterstützt ihr auch den lokalen Buchhandlung in Nürnberg.

Gerne kannst du mir auch Feedback nach einer gemeinsamen Online Yoga-Stunde geben.

Namasté 

Pia