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Die Atmung – Fluss des Lebens

Wenn wir geboren werden nehmen wir unseren ersten richten Atemzug. Dieser hilft uns unsere Lungenflügel, die bis dato zusammen waren wie eine Art Blasebalg auseinander zu ziehen. Sie blähen sich auf. Ab diesen Zeitpunkt haben wir einen lebenslangen Freund an unserer Seite. Die Atmung begleitet uns jeden Tag bis zu unserem letzten Atemzug. Manchmal bemerken wir ihn nicht. Allerdings gibt Lebenslagen da spüren wir unsere Atmung sehr wohl sehr deutlich. Oft vergessen wir wie essenziell und einflussreich unsere Atmung ist. 

Die Qualität unserer Atmung ist entscheidend für die Qualität unseres Lebens

Für viele wird diese Aussage eher auf etwas Unverständnis treffen. Es ist allerdings nachweisbar, dass eine langsame und tiefe Atmung sowie das verlängerte Ausatmen Ängste lindern kann und den Blutdruck sinken lassen kann.

Hingegen kann eine zu schnelle unkontrollierte Atmung zu einer Hyperventilation führen. Atmen wir schnell und kurz so können wir eine Art Feuer in unserem Körper anfachen. Es wirkt wie eine Art Heizung. Rollen wir die Zunge zusammen und atmen durch die gerollte Zunge so erreichen wir genau das Gegenteil. Der Körper kühlt sich automatisch ab. Leider wird das Thema Pranayama während der regulären Yogastunden sehr stiefmütterlich behandelt. Den Atem zu kontrollieren bedeutet für die meisten Menschen eine hohe Anstrengung und eine Unterdrückung der natürlichen Atemreflexe. Das kann unter Umständen zu Stress führen. Doch die kontinuierliche Praxis ist langfristig wichtig, gesundheitsfördernd sowie ein großer Faktor um die Asanapraxis besser zu kultivieren. 

Während des Pranayamas praktizieren wir unter anderem die Wechselatmung, Nadi Shodhana. Bei dieser Form der Atemübung werden die sogenannten Energiekanäle unserer linken und rechten Körperhälfte, die Nadis gereinigt und wieder ausgeglichen. Oft bemerkt man bei dieser Praxis, dass das Ein- oder Ausatmen mit einem Nasenloch leichter fällt als mit dem andern. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass das rechte Nasenloch für die linke und das linke Nasenloch für die rechte Gehirnhälfte zuständig ist. Das Phänomen der etwas verschlossenen Nasenseite ist völlig normal und wird Nasenzyklus genannt. Die Seiten wechseln sich durch das Anschwellen beziehungsweise Abschwellen der Schleimhäute in der Nase ab. Im Laufe des Tages wir so einmal das eine Nasenloch als offener wahrgenommen oder das andere.  

Die bisher beste Beobachtung, die ich hierbei gemacht habe ist, dass während des Schlafens mein linkes Nasenloch häufiger als sonst geschlossen ist. Lege ich mich dann auf die rechte Seite und nehme ein paar tiefe Atemzüge so ist die Nase innerhalb kurzer Zeit wieder offener. Das ist auch einer der Gründe, warum die meisten Yogalehrer dich nach Savasana anleiten dich auf deine rechte Seite zu drehen. Du aktivierst deine linke Gehirnhälfte, die somit beruhigend auf dein Nervensystem wirkt. Genau diesen Effekt wollen wir aus der Stunde mitnehmen und kultivieren, nach einer anspruchsvollen Yogapraxis.

Pranayama hilft euch einen gesunden Atem zu kultivieren

Warum wir die Aufmerksamkeit im Alltag mehr auf die Atmung lenken sollten

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass wenn das Gefühl von Wut in euch hochkommt ihr eure Atmung mit vollen Lungen anhaltet? Der Effekt der damit erzielt wird ist leider gegenteilig von dem, was vermeintlich versucht wird. Das zur ruhe Kommen. Probiert doch das nächste Mal aus die Atmung mit leeren Lungen anzuhalten. Das hat erstens den Vorteil, dass ihr euch für eine kurze Zeit auf euch konzentriert. Somit könnt ihr euch und eure aktuelle Gefühllage abchecken. Zweitens nährt ihr euren Körper mit Blut welches, in diesem Fall nicht so hoch mit Sauerstoff angereichert ist. Die Atmung kann sich wieder beruhigen und somit auch dein Geist. Die Atempause ist ein wichtiges Instrument im Yoga und somit auch in deinem Alltag. 

Etabliert in euren Alltag immer mal wieder kurze Pausen in denen ihr eure Aufmerksamkeit eurer Atmung schenkt. Beobachtet diesen, ohne zu werten. Wie schnell oder langsam atme ich gerade? Bekomme ich gerade genügend Luft oder habe ich gerade eine Schnappatmung? 

Seid also freundlich zu eurer Atmung, denn sie ist ein lebenslanger Freund von euch! 

Ich freue mich auf Dich in meiner nächsten Online Yogastunde. HIER geht es zu den nächsten Terminen.

Namasté